Wie Medien und Politik Pro NRW auf den Leim gehen

Manche Menschen nutzen den endlich auch bei uns angekommenen Frühling für Radtouren, manche bevorzugen eher eine Kneipentour, die Leute von Pro NRW haben sich im Vorfeld der Landtagswahl für eine Moscheentour entschieden.

Eigentlich eine pfiffige Idee, könnte man meinen. Um das gleiche Erlebnis in Konya oder Erzurum haben zu können, müsste man für Flüge und Hotels bezahlen, während in NRW ein vollklimatisierter Tourbus reicht. Außerdem ist es in Anatolien um diese Jahreszeit zum Teil schon sehr heiß, was mit Blick auf das ältere Publikum das Vorhaben sehr beschwerlich machen könnte.

Allerdings ist Pro NRW nicht unterwegs, um durch den Besuch der Moscheen einen Einblick in die islamische Kultur zu gewinnen.

Wie alle so genannten „Islamkritiker“ glauben sie einen solchen nämlich bereits zu haben und auf Grund der dort verbreiteten 24/7-Beschäftigung mit dem Koran kennen sie diesen mittlerweile besser als die meisten in Deutschland lebenden Muslime.

Sie wollen vielmehr unter dem Motto „Freiheit statt Islam“ demonstrieren, wobei sich zu ihnen noch nicht herumgesprochen haben dürfte, dass zur Freiheit zumindest nach westlichem, liberalem Verständnis auch die Freiheit gehört, die eigene religiöse Überzeugung zu praktizieren und unter Maßgabe der geltenden Bauvorschriften auch Gotteshäuser zu errichten.

Da sich einige einflussreiche Köpfe von Pro NRW nicht einmal zu schade sind, auf realsatirischen Plattformen wie kreuz.net zu publizieren und ein Naheverhältnis zu den Piusbrüdern zu pflegen, wäre es durchaus interessant, zu erfahren, ob sie schon eine Einigung mit jenen „Islamkritikern“ aus der „säkular-humanistischen“ Ecke erzielt haben, wie man denn, wenn es keine Moscheen mehr gibt, mit – von Kampfatheisten ebenfalls als Hindernis auf dem Weg zur „einigen Gesellschaft“ betrachteten – Kathedralen oder Synagogen umgehen will.

In der Sowjetunion wurden diese ja immerhin noch stehen gelassen und als Getreidespeicher weitergenutzt. Möglicherweise wäre dies ja auch ein tragfähiger Konsens für die skurille Allianz aus Marxisten, Atheisten, Feministen, Hedonisten, religiösen Eiferern, Rassisten und Ultranationalisten, die sich dem Kampf gegen die „Islamisierung“ verschrieben hat.

Um alle Missverständnisse auszuräumen: Ohne Zweifel muss extremistischen Randbereichen der islamischen Community, wie den Salafisten, mit allen Mitteln des Rechtsstaats die Stirn geboten werden. Ohne Zweifel ist der Krieg gegen den Terror gerechtfertigt und ohne Zweifel darf man die Augen nicht vor den tatsächlichen Missständen in manchen Staaten mit islamischer Bevölkerungsmehrheit nicht die Augen verschließen.

Aber das alles rechtfertigt keine pauschale Verdächtigung aller 1,3 Milliarden Menschen, die weltweit dem Islam angehören und vor allem auch keine Stigmatisierung und Kriminalisierung hier lebender Muslime.

Und „Islamkritik“ gehört mit zum Banalsten, Langweiligsten und Konformistischesten, was heute in Teilen der öffentlichen Meinung wirkmächtig ist. Sie ist mit der Hysterie wegen der angeblichen „menschengemachten Erderwärmung“ vergleichbar, eine apokalyptische, freiheitsfeindliche, blockwartaffine Volksgemeinschaftsideologie, die nicht viel unbequemer ist als das Wettern gegen Christen, Israel oder die USA. Sie ist vorhersehbar, steril und lebt von der memetischen Substanz eines Kettenbriefes.

Was sie allerdings auch mit der Antifa verbindet und mit opportunistischen Politikern, die nicht merken, dass ihre Reflexe von Gruppen wie Pro NRW vorhergesehen werden und die sich deshalb immer wieder für deren Zwecke instrumentalisieren lassen.

Der einzige wirkliche Zweck der Moscheentour und des Karikaturenwettbewerbs von Pro NRW ist die Provokation. Die Kleinpartei, die durch die Neuwahlen im bevölkerungsreichsten Flächenland überrascht wurde und kein Geld hätte, um einen Wahlkampf zu führen, der ihr ein Stabilisieren des 1,4%-Ergebnisses von 2010 und ein weiteres Sprudeln von Geldern aus der Wahlkampfkostenrückerstattung ermöglichen würde, braucht dringend mediale Aufmerksamkeit.

Und so kommen ihr die gewalttätigen Salafistenproteste, die linksextremen Gegendemonstrationen und die Bemühungen von Politikern, auf Steuerzahlers Kosten aussichtslose Prozesse zu führen, um Kundgebungen der Anti-Islam-Partei zu verbieten, gerade recht.

Dass man Grundrechte nicht von Mehrheiten, Drohungen oder der Intensität des zu erwartenden Widerstandes von Gegnern einer Auffassung abhängig machen darf, sollte man spätestens seit der Weimarer Zeit wissen, wo Nationalsozialisten es geschafft hatten, durch Terror gegen Kinos Aufführungsverbote für den Film „Im Westen nichts Neues“ auf Grund zu befürchtender „Gefährdungen des inneren Friedens“ zu erwirken.

Deshalb darf das Recht, eine Moschee zu bauen, ebensowenig von den Befindlichkeiten von Wutbürgern unter Führung Pro NRWs oder der „Freiheit“ oder von Drohungen wahnsinniger Breivikisten abhängig gemacht werden wie das Demonstrationsrecht letztgenannter Gruppen von möglichen gewalttätigen Gegenkundgebungen linksextremer oder islamistischer Bestrebungen.

Die richtige Antwort auf Provokationen muss lauten, Parteien, die pauschal gegen Bevölkerungsgruppen auf Grund ihrer Herkunft oder religiösen Überzeugung hetzen, mit Argumenten statt Verboten entgegenzutreten und vor allem, sie nicht zu wählen.

13 Antworten zu “Wie Medien und Politik Pro NRW auf den Leim gehen

  1. Ist aber doch seltsam, daß so gut wie ALLE terroristischen Anschläge von Anhängern der “ Friedensreligion “ verübt werden , und genau so seltsam ist es dann auch , daß so überproportional Viele aus diesem Dunstkreis hier im Knast sitzen oder Straftaten verüben !! Wenn wir immer und immer wieder die Fresse halten und alles geschehen lassen, werden unsere Kinder nichts mehr zu lachen haben im eigenen Land ! Diese Steinzeitreligion gehört in die Wüste geschickt – wo sie auch herkommt !

  2. Oh, ein wirklich blöder Bericht !!!

  3. Religion ist PRIVATSACHE – solange dass nicht durchgesetzt wird, werden die Konflikte nur zunehemen. Wer dass nicht versteht, ist entweder dumm, Brandstifter oder schlimmeres. Da helfen auch keine verzweifelten Verzerrungsartikel.

  4. Liest sich gut, aber ein einigen Stellen merkt man doch sehr deutlich, das sich der Autor das Werk nur aus den Fingern gesaugt hat. Mit ein bischen Recherche waeren ihm nicht so ein paar Lapsus unterlaufen.
    „….. skurille Allianz aus Marxisten, Atheisten, Feministen, Hedonisten, religiösen Eiferern, Rassisten und Ultranationalisten…..“ allein das zeugt von Dummheit, oder aber dem bewussten Versuch, Menschen anderer Meinung wieder etwas anzuhaengen. Ein trauriger Versuch. So wie der ganze Artikel.

  5. Die verantwortlichen dieser Zeitschrift wissen leider ebenso nicht wie der wirkliche nicht wie hier vorgespielte Islam wirklich ist.
    Scheibar werden die durch den Islam motierten Terroranschläge mit etlichen Toten als relogion bezeichnet das es in aller Welt zu verbreiten gilt.

    Ach wie dämlich doch so viele angeblich gut ausgebildette Mitarbieter und Politiker dieses Westeuropa regieren. Denk das diese eher in einer Klapsmühle gehören.

  6. „apokalyptische, freiheitsfeindliche, blockwartaffine Volksgemeinschaftsideologie“ – Was zu beweisen war.😀

  7. Islam heißt FASCHISMUS.
    FASCHISMUS ist keine Religion !

  8. mit dem Koran kennen sie diesen mittlerweile besser als die meisten in Deutschland lebenden Muslime.

    Zum Glück hat der Schreiber den Koran nicht gelesen. Denn dann wäre sein Geschreibsel noch fürchterlicher als es jetzt schon ist. Wenn er den Koran gelesen hat, dann er ist er Masochist. Denn wer spricht denn für solche Glaubensinhalte und Anweisungen wie sie im Koran
    stehen. Oder er ist so naiv, den Koran als die bessere Bibel zu betrachten.
    Ich wünschte dem Schreiber Abenteuerurlaube in Ländern in denen der „Arabische Frühling“ mit der Ausgabe 2011 so richtig zugange ist. Wo NATO-Flugzeuge „angebliche Rebellen“ im Häuserkampf unterstützen. Ich bin mir nicht sicher, ob der Schreiber dann Artikel aus seinem Leben schreibt oder so ein Artikel hinschmiert nach dem Motto „es darf nicht sein, was nicht sein darf“.

  9. „…dass zur Freiheit … auch die Freiheit gehört, die eigene religiöse Überzeugung zu praktizieren…“ Wo sind denn Ihrem Verständnis nach hier die Grenzen gesetzt? Gehört das grausame Schächten bereits dazu? Wie sieht es denn aus, wenn Anghörige kannibalistischer Stämme aus Amazonien hier einwandern, die zu religiösen Feiertagen Menschenfleisch verzehren? Soll man die auch ihre „eigene religiöse Überzeugung praktizieren“ lassen? Was halten Sie denn so von Amputationsstrafen? Und bitte – lesen Sie mal, was Augenzeugen von Steinigungen so zu berichten wissen. Ich halte Sie für einen Gutmenschen, habe ich recht?

  10. Wenn Sie mir einen in Deutschland lebenden Kannibalen (außer Meiwes) zeigen, kann man ja gerne einen Musterprozess führen. Dass das Schächten (das ja beispielsweise auch Juden praktizieren) um so viel grausamer sein soll als eine andere Form der Schlachtung, halte ich eher für eine Legende. Und die Sache mit „Religionsfreiheit“, „Gewissensfreiheit“ und „freier Persönlichkeitsentfaltung“ steht nun mal auch im Grundgesetz, und das ist gut so. Dass unumgängliche strafrechtliche Bestimmungen zum Schutz von Leben, Freiheit, körperlicher Unversehrtheit oder dem Schutze Dritter eine Grenze bilden, ergibt sich auch schon aus diesem. Aber wie zB der Kommentar von tetsuo beweist, geht es um mehr. Religion ist jetzt schon eine „Privatsache“. Wenn man das also erst „durchsetzen“ will (natürlich wie es sich für brave Sozialisten gehört, mit möglichst viel Zwang), dann kommt diese Forderung entweder zu spät oder sie umschreibt etwas anderes – beispielsweise den Wunsch, Religion wie im Albanien Enver Hoxhas oder in Nordkorea aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Wer das möchte, möge bitte seinen Lebensmittelpunkt dorthin verlegen, denn dann kann er diesen Zustand am Schnellsten um sich herum herstellen.

  11. Koran, Sure9 Vers30: Juden und Nazarener (Christen) (…), Allah schlage sie tot!

    Das sagt doch wohl alles, oder?? Man kann den Gemäßigten nicht trauen und die Radikalen (Salafisten) muss man fürchten!

  12. „Wer einen Menschen tötet, für den soll es sein, als habe er die ganze Menschheit getötet. Und wer einen Menschen rettet, für den soll es sein, als habe er die ganze Welt gerettet.“ (Koran 5:32)

    Man kann aus religiösen Texten, die im Regelfall schon mehrere Jahrhunderte alt sind, immer etwas heraus- und in sie hineininterpretieren, was einem gerade passt und was nicht. Fakt ist, dass außer den Salafisten, Taliban etc. und den „Islamkritikern“ so gut wie niemand den Koran liest, ohne sich Gedanken darüber zu machen, in welchem Zusammenhang welche darin enthaltene Äußerung zu verstehen ist bzw. was wirklich die Substanz des Buches ausmacht.

    Und durch ein unüberschaubar großes System an unterschiedlichen Rechtsschulen, unterschiedliche Lehr- und Interpretationsansätze usw. lebt die Koranrezeption und ist nicht starr, wie Salafisten, PI oder ähnliche ihn verstehen. Die 1,3 Milliarden Muslime weltweit und 5 Millionen in Deutschland leben alle in ihrer jeweiligen Zeit und ihren Lebensverhältnissen und die Mehrheit von ihnen weiß, dass auf die heutige Zeit andere Antworten – auch aus dem Koran – passen als auf 600 oder 700 n.Chr.

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