Grundstückshaftpflicht: Lieber auf Nummer sicher gehen!

Die Auswahlmöglichkeiten, die ein Tarifrechner lässt, werden nicht immer  jedem Bedarf oder jeder Sachlage gerecht. Und dennoch können es am Ende nicht ausreichend bedachte oder dokumentierte Abweichungen vom Normalfall sein, die sich für einen Versicherten im Schadensfall ungünstig auswirken können.

Wer beispielsweise ein Grundstück erwirbt, das nicht als Baugrundstück ausgewiesen ist, und nicht vor hat, in absehbarer Zeit ein Gebäude zu errichten, geht grundsätzlich davon aus, dass es vorerst ausreicht, mit einer Haftpflichtversicherung für ein unbebautes Grundstück für Fälle vorgesorgt zu haben, in denen Dritte auf diesem in einer dem Eigentümer vorwerfbaren Weise zu Schaden kommen sollten.

Bis wann ist aber ein Grundstück, auf dem mehr als nur Grashalme oder Bäume stehen, noch „unbebaut“? Befindet sich beispielsweise noch die Ruine eines einst abgebrannten Gartenhauses oder ein Holzschuppen auf dem Grundstück, könnte es dem Versicherungsnehmer möglicherweise zum Nachteil ausgelagt werden, wenn im Schadensfall nur die Haftpflicht für ein „unbebautes Grundstück“ versichert ist, ein Dritter aber ganz offenbar durch nicht ordnungsgemäß abgesicherte Reste eines Bauwerkes Schaden erleidet, die sich dort befinden.

Nun behelfen sich manche Versicherer damit, die Gebäudereste als das zu versichern, was die Ruine einst dargestellt haben soll. Ein abgebranntes früheres Einfamilienhaus ist aber nun mal keinem Einfamilienhaus gleichzustellen, das vermietet ist oder leer steht und dennoch bewohnt werden könnte. Es ist aber auch keine „leerstehende Wohnung“ – denn neben dem Leerstand ist ja auch und gerade die Tatsache, dass statt eines Gebäudes nur Trümmer und Reste vorhanden sind, eine besondere Risikoquelle.

In vielen Fällen werden bei der Vertragsanbahnung Ruinen von Gebäuden, die nie Wohnzwecken dienten, einfach unbeachtet gelassen und es wird – nicht zuletzt auf Grund der unterschiedlichen Prämienhöhe – das unbebaute Grundstück versichert. Um Komplikationen zu vermeiden, sollten Sie als Versicherungsnehmer aber jedenfalls darauf drängen, in diesem Fall die Gebäudereste und Ruinen im Rahmen einer Besonderen Vereinbarung zu deklarieren und diese auch im Beratungsprotokoll und auf der Police erwähnen zu lassen. So kann sich auch nach langjähriger Laufzeit des Vertrages kein Versicherer im Schadensfall auf eine mögliche Verletzung vorvertraglicher Anzeigeobliegenheiten oder späterer Gefahrenerhöhungen berufen.

Spätestens in jenem Augenblick aber, da Sie selbst beginnen, das Fundament für ein vollständig neues Bauwerk zu errichten, sind Sie in jedem Fall selbst in der Pflicht, dem Versicherer dieses neu entstandene Risiko anzuzeigen.

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